DNS-Einträge verstehen: A, CNAME, MX und TTL einfach erklärt
Jede Website braucht eine Adresse, unter der sie gefunden wird – aber der Weg vom Domainnamen zum tatsächlichen Server läuft über eine Reihe von DNS-Einträgen, die kaum jemand außerhalb der IT bewusst wahrnimmt. Solange alles funktioniert, bleibt DNS unsichtbar. Sobald ein Eintrag fehlt oder falsch gesetzt ist, fällt entweder die Website aus, oder – deutlich unangenehmer, weil es niemand sofort merkt – E-Mails kommen tagelang nicht mehr an.
Dieser Artikel erklärt, welche DNS-Einträge es gibt, wofür sie stehen und an welchen Stellen in der Praxis am häufigsten etwas schiefgeht, damit du bei der nächsten Domain-Änderung, dem nächsten Hosting-Wechsel oder der Einrichtung eines neuen E-Mail-Anbieters weißt, worauf du achten musst.
Was DNS eigentlich macht
DNS funktioniert im Prinzip wie ein Telefonbuch: Menschen tippen einen Namen wie deinefirma.de ein, Server verstehen aber nur Zahlenadressen. DNS übersetzt zwischen beiden Welten und tut das bei jedem einzelnen Seitenaufruf, jeder gesendeten E-Mail und jeder API-Anfrage neu – meist in Sekundenbruchteilen und ohne dass jemand es bemerkt.
Damit das funktioniert, braucht es drei getrennte Rollen: den Registrar, bei dem die Domain registriert ist, den DNS-Provider, der die sogenannte Zone mit den einzelnen Einträgen verwaltet, und die Nameserver, die diese Zone tatsächlich weltweit ausliefern. In vielen kleinen Setups sind alle drei Rollen beim selben Anbieter gebündelt, das ist aber keine technische Notwendigkeit.
Wer eine Domain zum ersten Mal einrichtet, findet Grundlagen dazu in unserem Beitrag zum Domain registrieren. Die DNS-Zone kommt danach als zweiter, unabhängiger Schritt hinzu.
Die wichtigsten Eintragstypen im Überblick
Eine DNS-Zone besteht aus einzelnen Zeilen, den sogenannten Records. Für den Alltag reichen fünf Typen, um die meisten Probleme zu verstehen:
| Typ | Aufgabe |
|---|---|
| A | Zeigt einen Domainnamen auf eine konkrete IPv4-Adresse |
| AAAA | Das Gleiche für IPv6-Adressen |
| CNAME | Verweist einen Namen auf einen anderen Namen statt auf eine IP |
| MX | Bestimmt, welcher Server E-Mails für die Domain annimmt |
| TXT | Speichert beliebigen Text, meist für Verifizierung oder Mail-Sicherheit |
Der A-Eintrag ist der häufigste: Er sagt dem Browser, welchen Server er ansprechen soll, wenn jemand die Domain aufruft. Ein CNAME wird gern für Subdomains wie www oder shop genutzt, weil er automatisch mitzieht, wenn sich die dahinterliegende IP-Adresse ändert.
TTL: warum DNS-Änderungen Zeit brauchen
Jeder Eintrag trägt eine sogenannte TTL (Time to Live) – eine Zeitspanne, für die andere Server sich den Wert merken dürfen, bevor sie erneut nachfragen. Das entlastet das globale DNS-System enorm, hat aber einen Nebeneffekt: Änderst du einen Eintrag, sehen ihn nicht alle Besucher sofort. Manche greifen noch Stunden auf den alten, zwischengespeicherten Wert zurück.
Wer einen Hosting- oder Mail-Wechsel plant, senkt die TTL deshalb im Vorfeld deutlich ab – idealerweise ein bis zwei Tage vorher. So verkürzt sich die Übergangszeit, in der ein Teil der Besucher noch beim alten und ein Teil schon beim neuen Server landet, spürbar.
Wird dieser Schritt vergessen, bleibt die alte TTL bis zu ihrem Ablauf gültig. Das ist selten katastrophal, führt aber zu Verwirrung, weil eine Änderung scheinbar „nicht wirkt“, obwohl sie technisch längst korrekt eingetragen ist.
MX-Einträge und die Zustellung von E-Mails
MX-Einträge bestimmen, welcher Server für eine Domain E-Mails entgegennimmt. Sie sind unabhängig vom A-Eintrag der Website – Website und Mail-Postfach können bei völlig unterschiedlichen Anbietern liegen, ohne dass sich beide gegenseitig stören. Jeder MX-Eintrag hat eine Prioritätszahl, damit ein zuständiger Mail-Server weiß, in welcher Reihenfolge er es bei mehreren Zielen versuchen soll.
Der klassische Fehler passiert beim Anbieterwechsel: Wird beim Umstellen der Website versehentlich auch die komplette DNS-Zone neu angelegt, gehen die vorhandenen MX-Einträge verloren – und mit ihnen die E-Mail-Zustellung. Weil eingehende Mails dann oft einfach abgewiesen werden, fällt der Fehler nicht sofort auf, sondern erst, wenn Kunden sich wundern, warum niemand antwortet.
Bei jedem Anbieterwechsel gehören MX-Einträge deshalb zwingend auf die Prüfliste, wie sie auch im Beitrag zum Website-Umzug ohne Ranking-Verlust beschrieben ist.
TXT-Einträge: Verifizierung und Absenderauthentifizierung
TXT-Einträge transportieren reinen Text und werden für zwei sehr unterschiedliche Zwecke genutzt. Zum einen zur Domain-Verifizierung: Ein Anbieter wie ein E-Mail-Marketing-Tool oder eine Suchkonsole verlangt einen bestimmten Textwert, um zu bestätigen, dass tatsächlich der Domaininhaber die Einrichtung vornimmt. Zum anderen für Mechanismen, die E-Mail-Spoofing erschweren – bekannt unter den Kürzeln SPF, DKIM und DMARC.
Diese drei Mechanismen legen fest, welche Server im Namen einer Domain Mails versenden dürfen und wie Empfänger mit Mails umgehen sollen, die diesen Regeln nicht entsprechen. Sie greifen ineinander, weshalb ein einzelner fehlender oder veralteter TXT-Eintrag die Zustellrate spürbar verschlechtern kann, ohne dass eine Fehlermeldung erscheint.
Alte TXT-Einträge sollten deshalb nie ungeprüft gelöscht werden, nur weil ihr Zweck unklar ist. Wer nicht sicher ist, wofür ein Eintrag einmal angelegt wurde, dokumentiert ihn zunächst und fragt beim jeweiligen Dienst nach, statt ihn zu entfernen.
Typische Fehlerbilder nach einem Wechsel
Drei Fehlerbilder tauchen in der Praxis immer wieder auf. Erstens: ein A-Eintrag, der nach einem Hosting-Wechsel weiterhin auf den alten Server zeigt, weil die Änderung schlicht vergessen wurde – die Seite läuft dann scheinbar normal, zeigt aber irgendwann veraltete Inhalte, weil niemand mehr am alten Server etwas pflegt.
Zweitens: doppelte oder widersprüchliche MX-Einträge, etwa wenn ein alter Mail-Anbieter parallel zum neuen stehen bleibt. Mail-Server versuchen dann in unvorhersehbarer Reihenfolge beide Ziele, was zu Verzögerungen oder verlorenen Nachrichten führt.
Drittens: vergessene Subdomain-Einträge. Die Haupt-Domain wird beim Wechsel sauber umgestellt, aber www, shop, mail oder ein Kundenportal laufen als eigene CNAME- oder A-Einträge weiter auf der alten Infrastruktur – bis diese abgeschaltet wird und die Subdomain plötzlich ins Leere zeigt.
Wer verwaltet was: Registrar, DNS-Provider und Hosting trennen
Registrar, DNS-Verwaltung und Hosting müssen nicht beim selben Anbieter liegen, und in vielen Fällen ist es sogar sinnvoll, sie zu trennen. Der Registrar kümmert sich nur um die Registrierung und Verlängerung der Domain, der DNS-Provider um die Zone mit ihren Einträgen, das Hosting um die eigentliche Website oder Anwendung.
Der Vorteil: Ein Wechsel des Hostings erfordert dann nur eine Anpassung der DNS-Zone, nicht aber einen Domain-Transfer zu einem neuen Registrar. Das reduziert Risiko und Aufwand deutlich, insbesondere weil Domain-Transfers eigene Fristen und Sperrmechanismen haben.
Wichtig ist nur, dass zu jedem Zeitpunkt klar dokumentiert ist, wo welcher Teil verwaltet wird – Details dazu, worauf bei der Wahl des Hostings zu achten ist, stehen im Beitrag Hosting für kleine Unternehmen.
Checkliste vor jeder DNS-Änderung
Vor jeder geplanten Änderung an der DNS-Zone lohnt sich eine kurze, feste Routine:
- Aktuelle Zone komplett exportieren und archivieren, bevor irgendetwas geändert wird
- TTL aller betroffenen Einträge ein bis zwei Tage vorher absenken
- MX-, TXT- und Subdomain-Einträge einzeln auflisten, nicht nur den Haupt-A-Eintrag
- Nach der Änderung Website und Mail-Zustellung von einem externen Netz aus testen
- TTL nach erfolgreicher Umstellung wieder auf einen üblichen Wert anheben
Diese fünf Punkte verhindern die meisten der oben beschriebenen Fehlerbilder zuverlässig – der Aufwand dafür liegt bei wenigen Minuten, der mögliche Schaden bei tagelangem Mail-Ausfall.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einem A- und einem CNAME-Eintrag?
Ein A-Eintrag zeigt direkt auf eine IP-Adresse, ein CNAME zeigt auf einen anderen Domainnamen, der seinerseits aufgelöst wird. CNAMEs sind praktisch für Subdomains, weil sie automatisch mitziehen, wenn sich die dahinterliegende IP ändert.
Wie lange dauert es, bis eine DNS-Änderung überall wirkt?
Das hängt von der TTL des jeweiligen Eintrags ab. Wurde sie vorher gesenkt, kann die Umstellung innerhalb kurzer Zeit greifen, ansonsten kann es bis zum Ablauf der alten TTL dauern, bis alle Server den neuen Wert übernehmen.
Was passiert, wenn ich die TTL vor einer Migration nicht senke?
Nichts geht kaputt, aber die Umstellung dauert länger als nötig: Ein Teil der Besucher landet noch beim alten Server, bis dessen zwischengespeicherter Eintrag abläuft.
Müssen Registrar und DNS-Provider derselbe Anbieter sein?
Nein. Domain-Registrierung, DNS-Verwaltung und Hosting lassen sich unabhängig voneinander wählen, solange klar dokumentiert ist, wo welcher Teil liegt.
Warum kommen nach einem Anbieterwechsel plötzlich keine E-Mails mehr an?
Meist, weil beim Umstellen der Website versehentlich auch die MX-Einträge verändert oder gelöscht wurden. Website- und Mail-Konfiguration sollten bei jedem Wechsel getrennt geprüft werden.
Was ist ein NS-Eintrag und wann ändert er sich?
NS-Einträge benennen die zuständigen Nameserver für eine Domain. Sie ändern sich meist nur, wenn der DNS-Provider komplett gewechselt wird, nicht bei einzelnen Anpassungen innerhalb derselben Zone.
Kann ich mehrere MX-Einträge gleichzeitig nutzen?
Ja, das ist sogar üblich, etwa als Ausfallabsicherung. Die Prioritätszahl legt fest, in welcher Reihenfolge sendende Server die Ziele durchprobieren.