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Webagentur, Freelancer oder Produktstudio - was passt zu deinem Projekt?

Du brauchst eine Website, ein Web-Tool oder ein SaaS-Dashboard - und stehst vor der Frage, wer das bauen soll. Im Grunde hast du drei Optionen: eine klassische Webagentur, einen einzelnen Freelancer oder ein kleines Produktstudio. Alle drei können gute Arbeit liefern. Aber sie ticken unterschiedlich, kosten unterschiedlich und passen zu unterschiedlichen Projekten. Hier der ehrliche Vergleich - ohne Schönfärberei.

Der Freelancer: schnell, günstig, aber ein Single Point of Failure

Ein einzelner Entwickler oder Designer ist oft die naheliegendste Wahl für kleine Projekte. Die Vorteile liegen auf der Hand:

Die Kehrseite ist genauso klar. Ein Freelancer ist eine Person. Wird er krank, geht in Urlaub oder nimmt einen größeren Auftrag an, steht dein Projekt still. Niemand reviewt seinen Code, niemand fängt blinde Flecken ab. Und kaum jemand kann gleichzeitig Top-Design, sauberes Backend, DevOps und Security abdecken. Für ein komplexeres Produkt brauchst du dann mehrere Freelancer - und wirst selbst zum Projektleiter, ob du willst oder nicht.

Die Webagentur: breite Aufstellung, aber teuer und träge

Agenturen verkaufen Sicherheit: ein Team, ein Vertrag, definierte Prozesse, jemand am Telefon. Das ist real und bei großen Projekten oft Gold wert.

Aber: Agenturen sind teuer, und ein Teil deines Budgets bezahlt Strukturen, die dir nichts bringen - schickes Büro, Vertrieb, mehrere Management-Ebenen. Bei kleineren Agenturen landet deine Arbeit oft bei Junioren, während der erfahrene Senior nur im Pitch saß. Dazu kommt: Entscheidungswege sind länger, Änderungen dauern, und nicht selten wird Standard-Software (etwa ein zugekauftes CMS-Template) als „individuelle Lösung" verkauft.

Das Produktstudio: kleines Senior-Team, das selbst Produkte betreibt

Ein Produktstudio liegt bewusst dazwischen. Es ist klein genug für direkte Kommunikation und faire Preise, aber ein echtes Team mit mehreren Senior-Köpfen - kein Einzelkämpfer. Der entscheidende Unterschied zu vielen Agenturen: Ein Produktstudio baut nicht nur für andere, sondern betreibt eigene Produkte in Produktion.

Wir bei OceanSphere Service betreiben sieben eigene Marken live - darunter einen Barrierefreiheits-Scanner, ein Kosmetik-Produktportal mit rund 177.000 Produkten, ein Fahrzeug-Deal-Radar, eine Marine-SaaS und einen Industrie-Marktplatz. Das verändert die Perspektive grundlegend: Wir kennen die Probleme, die erst Wochen nach dem Launch auftauchen - Server unter Last, Datenqualität, SEO, das Hosting, das tatsächlich rund läuft. Diese Themen sieht man nicht, wenn man eine Seite ausliefert und nie wieder anfasst.

Der ehrliche Nachteil: Ein kleines Studio hat begrenzte Kapazität. Wir sind keine 50-Personen-Bude, die fünf Großprojekte parallel stemmt. Und für reine Standardaufgaben - einmal ein WordPress-Theme installieren - bist du bei einem Freelancer womöglich günstiger und genauso gut bedient.

Was passt zu welchem Projekt?

Eine pragmatische Orientierung statt Verkaufslogik:

Zur Einordnung der Größenordnung, damit du nicht im Nebel planst: Ein One-Pager liegt typischerweise bei 2.000-3.000 Euro, eine Multi-Page-Site mit CMS bei 4.500-8.000 Euro, ein individuelles Feature um die 9.000 Euro, ein vollständiger Tech- oder SaaS-Build je nach Umfang zwischen 6.000 und 25.000 Euro. Das sind Festpreise - keine offenen Stundenkontingente, bei denen am Ende die Rechnung explodiert.

Die ehrliche Faustregel

Brauchst du eine Sache, einmal? Freelancer. Bist du ein Konzern mit Prozessabteilung? Agentur. Willst du ein Produkt, das auch nach dem Launch trägt, von einem Team, das selbst Produkte betreibt und für das Ergebnis geradesteht? Dann ist ein Produktstudio meist die ehrlichste Antwort. Wichtig ist nur: Wähle nach deinem Projekt - nicht nach dem schönsten Pitch.

Brauchst du selbst eine Website, ein Tool oder eine SaaS?

Wir bauen sie zum Festpreis - vom Team, das sieben eigene Marken live betreibt. Klarer Scope, klarer Preis, klarer Zeitrahmen.

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Fragen, die du im Erstgespraech stellen solltest

Unabhaengig davon, fuer welche der drei Optionen du dich neigst, entscheiden ein paar konkrete Fragen im Erstgespraech darueber, ob du spaeter boese ueberrascht wirst. Frage direkt: Wer aus dem Team arbeitet tatsaechlich an meinem Projekt - dieselbe Person, mit der ich gerade spreche, oder wird die Arbeit weitergereicht? Bei Agenturen landet die eigentliche Umsetzung nicht selten bei jemand anderem als der Person im Pitch-Gespraech.

Frage ausserdem nach der Erreichbarkeit waehrend der Umsetzung: Wie schnell bekommst du eine Antwort, wenn etwas dringend ist, und wer vertritt das Projekt, wenn dein Ansprechpartner ausfaellt? Bei einem Freelancer ist die ehrliche Antwort oft: niemand. Bei einer Agentur kann die Antwort trotzdem enttaeuschend sein, wenn dein Projekt intern keine Prioritaet geniesst.

Ein dritter Punkt betrifft den Umfang: Lass dir konkret zeigen, was im Preis enthalten ist und was als Zusatzaufwand berechnet wird - etwa Textaenderungen nach dem Launch, zusaetzliche Funktionen oder Support nach Projektende. Vage Formulierungen wie "nach Aufwand" sind ein Warnsignal, wenn du ein festes Budget einhalten musst.

Frage schliesslich nach konkreten Referenzprojekten, die du dir selbst anschauen und im besten Fall live testen kannst, statt nur Screenshots im Portfolio zu sehen. Ein Anbieter, der eigene Produkte betreibt oder langjaehrige Kundenbeziehungen vorweisen kann, gibt dir mehr Sicherheit als einer, der nur einzelne Projekte abliefert und danach nichts mehr davon hoert. Achte auch darauf, wie offen jemand ueber Grenzen seiner Leistung spricht - wer jede Anforderung sofort und ohne Rueckfragen zusagt, hat das Projekt oft noch nicht wirklich durchdacht.

Wem gehoert der Code am Ende? Vertragliche Fallstricke

Ein Punkt wird beim Vergleich der drei Optionen haeufig uebersehen: Was passiert nach dem Launch, wenn du wechseln oder etwas aendern willst? Klaere vor Projektstart schriftlich, wem der Quellcode und die Nutzungsrechte an Design und Funktionen gehoeren. Manche Anbieter behalten sich Rechte an eigenentwickelten Bausteinen vor - das kann dich spaeter an genau diesen Anbieter binden, ob du willst oder nicht.

Genauso wichtig ist die Uebergabe von Zugaengen: Hosting, Domain, E-Mail-Konten und Analyse-Tools sollten von Anfang an auf deinen eigenen Namen laufen, nicht auf den des Dienstleisters. Laeuft alles ueber ein fremdes Konto, bist du im Streitfall oder bei Geschaeftsaufgabe des Anbieters handlungsunfaehig, bis die Zugaenge geklaert sind.

Frage zuletzt nach einer Uebergabedokumentation: eine kurze Beschreibung, wie das System aufgebaut ist, welche Werkzeuge verwendet wurden und wo die wichtigsten Einstellungen liegen. Ohne diese Dokumentation wird jeder spaetere Wechsel zu einem neuen Anbieter unnoetig teuer, weil sich erst jemand muehsam einarbeiten muss, bevor ueberhaupt etwas geaendert werden kann.

Häufig gestellte Fragen

Was ist guenstiger: Freelancer, Agentur oder Produktstudio?

Ein Freelancer ist bei einfachen, einmaligen Aufgaben meist am guenstigsten. Agenturen liegen wegen ihrer Struktur oft am oberen Ende, waehrend ein kleines Produktstudio dazwischen liegt und dafuer ein echtes Team statt einer einzelnen Person bietet.

Kann ich spaeter von einem Freelancer zu einem Studio wechseln?

Grundsaetzlich ja, sofern Code und Zugaenge sauber uebergeben werden koennen. Je besser die urspruengliche Arbeit dokumentiert ist, desto reibungsloser laeuft die Uebernahme durch ein neues Team.

Woran erkenne ich eine seriöse Webagentur?

An konkreten Referenzen, klaren Antworten auf Fragen zu Team, Zeitplan und Kosten, sowie einem Vertrag, der Leistungsumfang und Rechte eindeutig regelt. Vorsicht ist bei vagen Versprechen und fehlenden schriftlichen Vereinbarungen geboten.

Lohnt sich ein Produktstudio auch fuer ein kleines Projekt?

Das haengt vom Projekt ab. Fuer eine einfache, einmalige Aufgabe reicht oft ein Freelancer. Sobald das Projekt laenger begleitet werden soll oder mehrere Faehigkeiten gleichzeitig gefragt sind, spielt ein kleines Studio seine Staerken aus.

Was passiert, wenn mein Freelancer das Projekt abbricht?

Ohne vertretende Person steht die Arbeit dann still, bis du jemand Neues findest. Deshalb lohnt sich vorab die Frage nach Vertretung und eine laufende Sicherung von Code und Zugaengen, damit ein Wechsel nicht bei null beginnt.

Wie lange dauert die Zusammenarbeit mit einem Produktstudio typischerweise?

Das haengt stark vom Projektumfang ab, von wenigen Wochen bei einer einfachen Website bis zu mehreren Monaten bei einem individuellen Tool oder SaaS-Produkt. Ein klarer Scope zu Beginn macht die Dauer realistisch planbar.

Sollte ich mehrere Angebote parallel einholen?

Ja, das lohnt sich fast immer. Der Vergleich zeigt nicht nur Preisunterschiede, sondern auch, wie genau ein Anbieter zuhoert und wie klar er den Leistungsumfang bereits im Erstgespraech eingrenzt.