Website-Relaunch im Mittelstand: Kosten, Ablauf und Preishebel
Im Mittelstand geht es bei einem Relaunch selten nur um eine schoenere Startseite. Meist haengen mehrere Abteilungen, alte Inhalte, gewachsene Formulare, PDFs, Recruiting-Seiten und oft auch SEO-Traffic daran. Genau deshalb schwanken Angebote am Markt so stark. Der Preis haengt nicht am Design allein, sondern daran, wie viel Altlast du mitnimmst, wie sauber der Scope definiert ist und wie risikoarm der Go-live werden soll.
Wann ein Relaunch wirklich gerechtfertigt ist
Ein Relaunch lohnt sich, wenn die alte Website einen messbaren Geschaeftsschaden verursacht. Das ist typischerweise der Fall, wenn Mobilnutzung schwach ist, Formulare keine Anfragen bringen, Inhalte intern kaum gepflegt werden koennen oder die Technik jede kleine Aenderung teuer macht. Ebenfalls klarer Fall: Die Positionierung hat sich veraendert, aber die Website verkauft noch das alte Unternehmen.
Kein guter Grund ist dagegen reiner Image-Druck. Wenn die Seite zwar alt aussieht, aber sauber rankt, Leads bringt und intern pflegbar ist, reicht oft ein fokussiertes Redesign einzelner Kernseiten. Das spart schnell fuenfstellige Budgets.
Realistische Budget-Korridore 2026
- Teil-Relaunch einzelner Vertriebsseiten: 2.500 bis 5.000 EUR. Sinnvoll, wenn Startseite, Leistungen und Kontakt neu muessen, aber nicht das ganze System.
- Klassischer KMU-Relaunch mit mehreren Unterseiten und CMS: 6.000 bis 12.000 EUR. Der haeufigste Bereich fuer mittelstaendische Firmen mit klarer Struktur und sauber vorbereiteten Inhalten.
- Relaunch mit Migration, Mehrsprachigkeit oder komplexen Formularen: 10.000 bis 18.000 EUR. Hier treiben Abstimmung, Redirects und Inhaltsmigration den Aufwand.
- Relaunch plus Tool, Portal oder individueller Logik: 15.000 bis 25.000 EUR. Sobald Login, Datenbank, Dashboards oder Schnittstellen dazukommen, bist du nicht mehr im reinen Webdesign-Projekt.
Der groesste Kostentreiber ist fast nie der visuelle Stil. Es sind Inhalte, Freigabeschleifen, Altstruktur, Weiterleitungen und technische Sonderfaelle.
Was den Preis im Mittelstand wirklich treibt
- Content-Migration. Hunderte PDFs, alte News, Karriere-Seiten und Produktunterseiten sauber umzuziehen kostet echte Zeit.
- Stakeholder-Schleifen. Vertrieb, GF, Marketing und IT wollen mitreden. Wenn Rollen nicht vorher geklaert sind, wird jedes Review teuer.
- SEO- und Redirect-Konzept. Ein Relaunch ohne Weiterleitungsplan ist kein Relaunch, sondern ein Sichtbarkeits-Risiko.
- Integrationen. CRM, Bewerbungsformular, Newsletter, ERP oder Tracking sorgen fuer Zusatzaufwand, selbst wenn sie simpel aussehen.
- Mehrsprachigkeit. Drei Sprachen sind nicht nur dreimal Text, sondern auch mehr QA, hreflang, Freigaben und Pflege.
Wo Unternehmen beim Relaunch Geld verbrennen
Der haeufigste Fehler ist ein unklarer Scope. Erst wird ein Designprojekt beauftragt, spaeter merkt man, dass eigentlich auch Texte, SEO, ein neues Formular, Recruiting und ein Download-Bereich noetig sind. Dann wird aus einem vermeintlich guenstigen Angebot ein offenes Stundenkonto.
Der zweite teure Fehler: Inhalte erst am Ende anzugehen. Wenn Texte, Bilder und Freigaben spaet kommen, verschiebt sich alles. Das Projekt fuehlt sich dann technisch langsam an, obwohl der Engpass intern liegt.
Ein sinnvoller Ablauf fuer den Mittelstand
- Bestandsaufnahme. Welche Seiten bringen Anfragen, Bewerbungen oder Rankings? Die gehoeren geschuetzt.
- Scope und Prioritaeten. Welche Seiten muessen zum Go-live fertig sein, welche koennen spaeter folgen?
- Inhalts- und Redirect-Plan. Alte URLs, neue URLs, Zustandswechsel, Verantwortlichkeiten.
- Go-live mit Nachkontrolle. Formulare, Tracking, Search Console, 301-Weiterleitungen und mobile Darstellung direkt pruefen.
Wann Festpreis statt Stundensatz sinnvoll ist
Ein Festpreis funktioniert gut, wenn die Kernseiten, Features und Abnahmewege frueh klar sind. Genau deshalb ist ein kurzes Vorprojekt oft sinnvoll: Scope sauber schneiden, Preis dann fixieren, Zusatzwuensche spaeter klar trennen. So bleibt der Relaunch steuerbar und die Geschaeftsleitung weiss vorher, in welcher Range sie landet.
Wir bauen solche Relaunches pragmatisch: keine Design-Show ohne Vertriebsziel, sondern klare Kernseiten, klare Weiterleitungen und klare Kontaktstrecke. Das ist der Unterschied zwischen einem schoenen und einem verkaufsfaehigen Relaunch.